Lipoprotein(a)-Kohorte

Charakterisierung der Lipoprotein(a)-Kohorte der Lipidambulanz der Charité – Universitätsmedizin Berlin

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Informationen

Aus dem Patientenpool der Hochschulambulanz für Fettstoffwechselstörungen der Charité- Universitätsmedizin Berlin wurden circa  600 Patienten mit einer Lipoprotein(a) Erhöhung von >30 mg/dl bzw. >72 nmol/l  unabhängig von Alter, Geschlecht, sonstigem Lipidstatus und Anamnese in einer Datenbank erfasst. Es erfolgte eine Einteilung nach kardiovaskulärer Primär- und Sekundärprävention.  Die Patienten werden überwiegend von ihren Hausärzten aufgrund auffälliger Lipidparameter oder zur Ursachenabklärung nach kardiovaskulären Ereignissen in die Ambulanz überwiesen. Weitere Gründe sind Unverträglichkeiten gegen bereits verordnete Lipidsenker oder die Abklärung von möglichen Fettstoffwechselstörungen bei bekannter familiärer Disposition. Im Rahmen einer Routineuntersuchung erfolgte ein ausführliches Arzt-Patient-Gespräch, wobei die Therapieziele bezüglich der Lipidwerte und weiterer kardiovaskulärer Risikofaktoren, wie  Hypertonus, Diabetes mellitus etc. erörtert wurden. Zudem sind  der Puls und Blutdruck, sowie das Gewicht und die Körpergröße bestimmt und in der Patientenakte hinterlegt. Zur genaueren Charakterisierung der Studienpopulation wurden neben den persönlichen Daten und den Lipidparametern Informationen über Vorerkrankungen und Familienanamnese, sowie bereits bestehender lipidsenkender Medikation erhoben und in der Akte hinterlegt. 

Folgende relevante Vorerkrankungen wurden abgefragt bzw. aus entsprechenden Untersuchungsbefunden entnommen: 

  • kardiovaskuläre Erkrankungen (arterielle Hypertonie, KHK, Apoplex, PAVK)
  • Diabetes mellitus Typ 2
  • Nachweis von Plaques der Arteria carotis mittels Duplex-Sonographie
  • genetischer Befund einer Faktor V-Leiden-Mutation
  • Dyslipoproteinämie
  • genetischer Befund einer Apolipoprotein E-Untersuchung
  • Nikotinabusus. 

Die Statusabfrage über bestehende kardiovaskuläre Erkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2 und Nikotinabusus gehören dabei zur Routine des ersten Aufnahmegesprächs in der Fettstoffwechselambulanz. Zum Nachweis von einer bestehenden oder fortschreitenden Arteriosklerose in Form von Carotisplaques wird den Patienten in einem Abstand von ca. 1-1,5 Jahren die Durchführung einer Duplex-Sonographie der A. carotis empfohlen. Die Ergebnisse können einen Hinweis auf den Behandlungserfolg der durchgeführten lipidsenkenden Therapie geben oder eine entsprechende intensivierte Interventionsstrategie nach sich ziehen. Der Nachweis einer Faktor V-Leiden-Mutation oder die genetische Untersuchung des Apolipoprotein E (Apo E) werden nur vereinzelt bei besonderen Indikationen, wie z.B. nach sehr frühem kardiovaskulärem Ereignis angestrebt. Zur Abklärung einer familiären Disposition wurden bekannte Fettstoffwechselstörungen, insbesondere der Lp(a)-Erhöhung und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie KHK, Apoplex und PAVK abgefragt. Eine Grenze für ein bestimmtes Erkrankungsalter des Familienmitglieds wurde dabei nicht festgelegt.

Charakteristika der Studienpopulation

  • aktuell 615 eingetragene Patienten
  • 317 Männer, 218 Frauen
  • Durchschnittsalter: 55,6 Jahre (Max: 83 Jahre, Min: 11 Jahre) 

Die Messung der Lipidparameter erfolgte unabhängig von der meist bestehenden lipidsenkenden Medikation.